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Auf Entscheidung der Stadtverwaltung wurde dem Ehrenbürger von
Georgien, dem deutschen Regisseur Hermann Wedekind das Haus gewidmet. Es war der grosse Traum von Hermann Wedekind, in diesem
Haus seinen Lebensabend zu verbringen. Sein Tod am 16. November 1998 vereitelte diesen Traum. Hermann Wedekind wurde am 18. November 1910 in Coesfeld/Westfalen geboren. Nach dem Abitur wandte er sich seiner
grossen Leidenschaft, der Bühne zu. Über das Stadttheater Bielefeld kam er 1934 als persönlicher Assistent von Heinz Hilpert an das Deutsche Theater Berlin. 1942 ging Wedekind als Heldentenor an die Staatsoper
Danzig und anschliessend nach Dresden. 1951 wurde er als Intendant an das Stadttheater Münster berufen, wechselte 1954 in derselben Eigenschaft nach Basel und schliesslich 1960 nach Saarbrücken.
Mitte der 60er Jahre begann er mit der Organisation internationaler Theatertage, geleitet von der Idee, dass die Bühne eine moralische Anstalt und ein Instrument sei, um politische Grenzen und den Völkerhass zu
überwinden, auch über den “Eisernen Vorhang” hinweg, der das Nachkriegs-Europa in zwei Lager teilte. Sein Motto: “Kunst kennt keine Grenzen. Kunst führt die Völker zusammen”. Anfang der 70er Jahre
besuchte Wedekind auch Georgien. Bis zu seinem Tod reiste Wedekind immer wieder nach Georgien um seine georgischen Freunde zu treffen, das Land und die Kunstdenkmäler zu studieren, den kunstvollen Gesängen
georgischer Männerchöre zuzuhören. Bereits 1974 wurde die erste “Georgische Woche” in Saarbrücken veranstaltet. Aus den Begegnungen der Künstler erwuchs auch die Städtepartnerschaft Tbilissi-Saarbrücken. 1987 wurde
dann noch die Länderpartnerschaft Saarland-Georgien offiziell besiegelt. 1995 erfolgte Wedekinds Ernennung zum Ehrenbürger Georgiens durch den Staatspräsidenten Eduard Schewardnadse für seine Verdienste um die
Völkerverständigung und den internationalen Kulturaustausch. Quelle: Nachruf von Dr. Heinz Gaber auf Hermann Wedekind
Mitteilungsblatt der Berliner Georgischen Gesellschaft e.V. Jan./Febr.1998
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